Das Projekt „Montal“ und die „Montalgruppe“

 

Das Projekt "Montal" geht auf die Initiative von Hans Sonderegger zurück.

Montal ist ein kleiner Ort im Gadertal in Südtirol. Dort befindet sich das Wirtshaushotel „Alpenrose“ der Familie Gräber, die Hans Sondereggers Arbeit mit betroffenen Menschen zu schätzen gelernt hat und seither auf bestmögliche Weise unterstützt.
So wurde "Montal" zu einem Begriff für eine spezielle Kurswoche mit Hans Sonderegger und seinem Konzept der "Lernbegleitung als geführte Interaktion im Alltag".
Diese Kurswoche fand seit 1999 jeweils im Herbst statt. Dabei kamen zusammen: Die wahrnehmungsbetroffenen Menschen, deren Angehörige, TherapeutInnen und LehrerInnen. Alle, die für Hans Sonderegger "LernbegleiterInnen" waren. Das Besondere am Projekt „Montal“ war und ist das gemeinsame Arbeiten und das Lernen aller Beteiligten voneinander und miteinander.
Als "Montalgruppe" bezeichnet sich heute jene Gruppe von TherapeutInnen, die das Projekt Montal seit dem Tod von Hans Sonderegger im Jahr 2012 in seinem Sinn weiterführt. Familie Gräber unterstützt auch die Montalgruppe durch das Bereitstellen eines optimalen Lern-, Arbeits- und Wohnumfeldes.
Die Montalgruppe sind wir! - 3 Logopädinnen und 3 Ergotherapeutinnen. Wir treffen uns mehrmals jährlich zu einem regen interdisziplinären Austausch und zur Vorbereitung des nunmehr als "Montalwoche" bezeichneten Projektes.
Durch Hans Sondereggers Vielseitigkeit, seinen Forschergeist sowie durch seinen achtsamen Umgang mit Familien und TherapeutInnen/ LernbegleiterInnen entstand ein Nährboden für uns "Montalfrauen", auf dem wir wachsen und unser Können entwickeln.
„Montalwoche“
Zu dieser intensiven Lernwoche laden auch wir Familien ein, die sich auf dieses Umfeld einlassen und von dem besonderen Konzept profitieren.
Während der Kurswoche wird jede Familie von zwei TherapeutInnen begleitet. Täglich finden zwei Therapien, sowie Besprechungen und Videoanalysen statt. Außerdem erhalten die Angehörigen eine theoretische und praktische Einführung in das Konzept. Durch den gemeinsamen Aufenthalt von Familien und TherapeutInnen bietet sich die Möglichkeit, die betroffenen Personen während der Ausführung von Alltagshandlungen genau zu beobachten. Diese Beobachtungen nützen wir für die Diagnose und die therapeutischen Interventionen.
In den langen Tagen des Zusammenseins werden in geschütztem Rahmen Probleme besprochen, neue Wege erprobt, Erkenntnisse geteilt, Gefühle gezeigt und unterschiedlichste Gedanken frei geäußert.
Seit 2013 haben auch StudentInnen der Fachhochschulen für Ergotherapie bzw Logopädie die Möglichkeit bei der Montalwoche teilzunehmen.
Um die Idee und den Bekanntheitsgrad der Montalwoche zu fördern werden weitere TherapeutInnen zur Mitarbeit und zu fachlichem Austausch eingeladen.
Wir wünschen uns, dass ähnliche Projekte entstehen, damit die Idee von Hans Sonderegger eine größere Verbreitung erfährt! Er hat uns vorgelebt, wie Betroffene gut unterstützt und Familien gestärkt werden und dass das intensive Befassen mit diesem Konzept ein hohes Potential für die interdisziplinäre Verständigung und Entwicklung beinhaltet.

Elisabeth Arztmann-Spiegl, Logopädin (A)
Christiane Borchers, Ergotherapeutin (D)
Sigrid Brugger, Ergotherapeutin (A)
Gisela Sieling, Ergotherapeutin (D)
Monika Wirtenberger-Knapp, Logopädin (A)
Rosmarie Stark-Hechenberger, Logopädin (A)

Kontakt:

Sigrid Brugger
sigrid.brugger@chello.at